Kleiner Eingriff gegen ein häufiges Schlaganfallrisiko

Es ist schon fast beängstigend. Nicht weniger als 20 Prozent der Menschen haben ein offenes, ovales Loch im Herzen. Auffällig ist, dass über 40 Prozent der Schlaganfallpatienten diese Öffnung haben. „Unter anderem über dieses Problem und dessen Lösung wollen wir im Rahmen eines Herz-Seminars für Patienten am 7. November, im Hörsaal des Institutsgebäudes an der Bergstraße 26, 16 bis 18.45 Uhr, informieren“, sagt Dr. Magnus Prull, Oberarzt an der Kardiologe der Augusta Kliniken. Weitere Themen sind aber auch Vorhofflimmern, Aktutbehandlung beim Notfall und das Schlaganfallrisiko

Das Loch zwischen den Vorhöfen des Herzens ist beim Fötus wichtig, wächst aber meist nach der Geburt zu. Passiert dies nicht, kann Blut ungefiltert von der venösen in die arterielle Herzseite fließen. „Der Katheter-PFO-Verschluss“, so Prull, „ist eine neuartige und minimalinvasive Technik, mit der Schlaganfällen vorgebeugt werden kann.“ Hinter dem sperrigen Begriff versteckt sich eine Verschlusstechnik für das sogenannte „patent foramen ovale“ kurz PFO, also das Loch im Herzen.

Die zentrale Rolle spielt dabei ein kleines Schirmchen von knapp zwei Zentimetern Durchmesser. Dieses Schirmchen wird zusammengefaltet in den Katheter gezogen. Mit routinierten Händen bringt der Herzspezialist das Schirmchen durch die Hauptschlagader an die gewünschte Stelle im Oberkörper. Dort öffnet sich das Schirmchen und verwächst innerhalb weniger Monate mit dem menschlichen Gewebe, sodass das Loch verschlossen bleibt.

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