Foto (v. li.) PD Dr. Bodo Brandts, Dr. Eva Schulte, Dr. Magnus Prull.

Augusta-Kardiologen implantieren
den kleinsten Schrittmacher der Welt

Wer den Micra im Herzen trägt, muss nicht zwingend ein Liebhaber kleiner, fernöstlicher Autos sein, die seinen Herzschlag beschleunigen. Der Micra, den Dr. Magnus Prull, leitender Oberarzt in der Kardiologie der Augusta Kliniken Bochum Hattingen, bei geeigneten Patienten implantiert, beschleunigt den Herzschlag aber ganz sicher – und das ist natürlich auch so gewollt. „Die Micra Kardiokapsel ist der kleinste Herzschrittmacher der Welt“, so Prull. „Gerade eine Winzigkeit größer als eine Vitaminkapsel, 93% kleiner als bisherige Modelle.“

Die Kardiokapsel hinterlässt – anders als ihre „großen Kollegen“ - keine Beule unter der Haut, keine Narbe im oberen Brustbereich und benötigt keine Elektroden. „Es handelt sich hier um ein vollständig in sich geschlossenes System innerhalb des Herzens“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Bodo Brandts, Chefarzt der Augusta-Kardiologie, wo bereits über 20 dieser „High-Tech-Winzlinge“ implantiert wurden.

„Maximale Leistung und minimale Größe“, so Dr. Brandts weiter, „ bieten die erforderliche Therapie, ohne eine sichtbare Erinnerung daran, dass ein Medizinprodukt implantiert ist.“ Die Augusta-Kardiologie, die auch das EvK Hattingen intensiv betreut, wurde übrigens gerade als Micra-Implantationszentrum zertifiziert.

Herkömmliche Schrittmacher, die üblicherweise unterhalb des Schlüsselbeins mit einem kleinen Schnitt unter die Haut implantiert werden, benötigen eine ins Herz geführte Elektrode. Micra hingegen wird über einen Katheter durch eine Vene vom Bein aus in das Herz eingebracht und kommt ohne Elektrode aus.

Dadurch hinterlässt Micra keine sichtbaren Anzeichen auf ein medizinisches Gerät. Und die Patienten sind nach der Implantation bei bestimmten Aktivitäten eventuell weniger eingeschränkt als vorher. Die integrierte Batterie hält im Übrigen genauso lange wie die von Schrittmachern, die zehnmal so groß sind.





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