Stromausfall am 15.02.2016

Liebe Mitarbeiterinnen, liebe Mitarbeiter und alle Betroffenen, insbesondere die, die uns in der Nacht geholfen haben!

Ich möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken.

Hochkompetent, selbstlos und selbstverständlich haben Sie uns geholfen, dieses völlig unerwartete und nicht planbare Problem der Stromunterbrechung aufzufangen und sogar bis zum nächsten Morgen um 7:30 Uhr weitestgehend zu beheben.

Auf dem Baugrundstück des neuen Bettenhauses hat im Rahmen der Baumaßnahmen ein Bohrkran mit einem Bohrkranz von einem Meter Durchmesser an einer Stelle gebohrt, an der nicht gebohrt werden sollte. Dadurch wurde die im Vorfeld durch Vermessen gesicherte neu errichtete Trasse der Stromversorgung für die Gebäude der Augusta-Kranken-Anstalt getroffen und zwar derart, dass zwar nicht alle, jedoch 30 – 40 % der Kabel zerrissen wurden, einschließlich der in dieser Trasse für die Bauzeit zusammengelegten Kabel der Notstromversorgung. Dies hatte zur Folge, dass wir uns nicht selber parallel versorgen konnten. Es kam zu einem Ausfall in den Häusern 1 und 2 sowie in Teilen anderer Gebäude.

Ich selbst saß in meinem Sitzungszimmer in einer Besprechung als um 15:30 Uhr das Licht ausging. Bevor wir uns einen Überblick über die gesamte Konstellation verschafft hatten, waren schon die ersten Helfenden unterwegs mit Kabeltrommeln und Überbrückungen um eine Notstromversorgung zu schaffen, insbesondere für Licht, medizinische Geräte und Kühlschränke.

Es wurden Krisenstäbe gegründet, die die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk sowie die Stadtwerke Bochum über die jeweilige Lage unterrichteten. Durch die neue Kommunikation unserer Handys waren wir stets alle auf einem entsprechenden Informationsstand und konnten so auch die Sach¬stände unverzüglich weiter¬geben. Das Technische Hilfswerk kam aus der gesamten Region und hat sämtliche zur Verfügung stehenden Generatoren reserviert und auch angefahren sowie in der Abfolge die einzelnen Stromversor-gungen wieder neu aufgebaut, insbesondere im Haus 1, Haus 2 und im Haus 3. Es waren insgesamt vom Technischen Hilfswerk an die 50 Mitarbeiter vor Ort und von den Stadtwerken Bochum der gesamte Not-dienst. Im Laufe des Abends und der Nacht konnte die Stromversorgung durch die externen Sicherungs-systeme teilweise wieder aufgebaut werden.

Betroffen war auch - wie Sie wissen - die Intensivstation, die in die Aufwachbereiche des OPs verlegt wurde. Des Weiteren wurde die Stromversorgung aufgebaut, um das Labor wieder funktionsfähig zu machen sowie die Beleuchtung und das Licht auf den Stationen, es erfolgte die Wiederherstellung der Patientenrufanlage.

Die jeweiligen Krisenstäbe haben stündlich bis in die Nacht hinein getagt. Unsere Mannschaft hat zusammen mit den Mitarbeitern der Stadtwerke ununterbrochen fast 16 Stunden lang versucht, die durchtrennten Leitungen wieder instand zu setzen, d. h. technisch: zu „muffen“. Dieses erfolgte nach und nach, insoweit baute sich dann auch die Stromversorgung im Laufe der Nacht wieder auf. Parallel liefen die Generatoren des Technischen Hilfswerkes und konnten dann nach und nach abgestellt werden. Ausgefallen waren auch die gesamten Pumpsysteme für die Heizung. Diese konnten dann am frühen Morgen wieder aktiviert werden. Am nächsten Morgen um 7:30 Uhr gab es den Stand, dass alle Systeme wieder einwandfrei mit Strom versorgt sind. MEDICO funktioniert, die Telefonanlage funktioniert. Insoweit bitte ich um Verständnis, wenn es einige Bereich gibt, die aufgrund anderer technischer Mängel im Zusammenhang mit den EDV-Systemen nicht hoch gefahren sind und noch Fehler aufweisen. Das kann auch in den nächsten Tagen passieren, da wir jetzt nicht einschätzen können, welche Auswirkung dieser Stromausfall auf sensible Steuerungssysteme noch haben wird.

Die Schuldfrage ist hier eindeutig geklärt. Es handelt sich um ein Verschulden der entsprechend beauftragten Baufirma für die Richtung der Gründungsfundamente für unseren Neubau.

Mein herzlicher Dank richtet sich an alle Beteiligten, so auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pflegedienst und im ärztlichen Dienst, die hochkompetent und sehr besonnen während der gesamten Zeit die Versorgung unseres Krankenhauses mitbegleitet haben; des Weiteren an alle Dienste, die sich wie selbst-verständlich eingebracht haben und insbesondere natürlich auch an den Technischen Dienst, der die gesamte Nacht, ohne ein Auge zu schließen, die Stromversorgung wieder hergestellt hat.

In diesem Sinne verbleibe ich mit Stolz auf dieses Krankenhaus und sein engagiertes Team

Ihr
Ulrich Froese

Bochum, 16.02.2016

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